Ärger mit meinem Broker

In einigen anderen Beiträgen bin ich bereits auf die aktuell sehr niedrigen Zinsen eingegangen. Vor allem habe ich die Auswirkungen von steigenden Zinsen beschrieben und wie man sich auf einen Bärenmarkt vorbereitet.

Heute möchte ich jedoch über eine persönliche Erfahrung sprechen, die mir die Tage wiederfahren ist und die mich sehr geärgert hat. Mein aktueller Broker (also die Plattform, über die ich mein Depot führe) hat mich angeschrieben. Ab sofort werden meine Cash Reserven auf meinem Verrechnungskonto dort mit einem Negativzins von -0,4 Prozent belegt. Dies hat mich ziemlich verärgert! Ich werde mich wohl mal nach Alternativen umsehen müssen. Ich kann die Banken und Broker auf der einen Seite auch irgendwie verstehen. Sie geben an dieser Stelle lediglich die Kosten „1 zu 1“ weiter. Wenn es aber meinen Geldbeutel betrifft, dann schwindet mein Verständnis natürlich 😉

Ich kann mir auch vorstellen, warum mein Broker das gemacht hat. Die aktuelle Niedrigzinsphase führt zu steigenden Preisen an den Immobilien- und Aktienmärkten. Die gängige Meinung der Leute ist:  „Man bekommt ja eh nichts für sein Geld, dann kaufe ich mir eine Immobilie“. Leider kaufen noch zu wenige Aktien.

Viele lassen ihr Geld auch einfach auf ihrem Konto liegen. Dies führt zu hohen Guthaben bei den Banken. Die Banken müssen jedoch seit längerem eine „Art Strafzins“ für Guthaben zahlen. Die EZB (Europäische Zentralbank) will so den Geldkreislauf in Fluss bringen und Unternehmenskredite usw. ankurbeln. Über die Wirksamkeit der Methoden der EZB will ich jetzt gar nicht schimpfen 😉

Ich will lieber Eure Meinung zum Thema Broker wissen. In meiner Verzweiflung habe ich mich nach anderen Brokern umgesehen und bin auf Dirkektbroker.de gestoßen. Der Broker Direktbroker.de bietet Top-Leistungen im Bereich Ausbildung Die Seite finde ich ganz gut, übersichtlich und ansprechend gestaltet. Ich möchte aber Eure Meinung wissen. Welche Erfahrungen habt ihr mit Brokern und Banken gemacht? Überlegt ihr auch gerade, zu wechseln oder seit ihr zufrieden?

Irgendwie ist es ein lästiges Thema und ich möchte einfach nur in Ruhe Value Investing betreiben, ohne auf Steuern und Gebühren eingehen zu müssen. Aus meiner Sicht sind jedoch gerade das Vermeiden von Steuern und Gebühren eine wesentliche Kernkompetenz von Value Investoren. Von daher werde ich mich wohl noch weiter mit dem Thema beschäftigen.

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6 Kommentare

  1. Hey,
    ich vermute mal du bist auch bei Flatex? 🙂
    Ich bin aufgrund der Negativzinsen auch von dort weg – zu Onvista.
    Allerdings auch dort nicht 100% zufrieden. Aber immerhin ohne Negativzinsen.

    ich bin mittlerweile der Ansicht, dass es den „perfekten“ Broker nicht gibt. Vom Service und den Funktionen her bin ich bei „echten“ Banken am glücklichsten (wie z.b. ING) diese eignen sich aufgrund der hohen Tradingebühren aber nicht für häufigere Depotbewegungen.
    Die Online-Broker hingegen sind gut zum traden – lassen aber teilweise Komfort vermissen und sind aufgrund der geringen „Grundpreise“ „anfälliger“ wenn es darum geht irgendwelche externe Gebühren auf die Kunden umlegen zu müssen.

    mfg
    Oli

    1. Hey Oli, ich gebe Dir Recht. Den perfekten Broker gibt es wohl nicht. Zumal sich die Gebühren Modelle gefühlt jede Sekunde ändern. Man müsste bei einem Broker wechsel auch noch Wechselkosten (Zeit, Stress usw.) mit beachten.

  2. Hallo Florian,
    ich nutze Flatex zurzeit nur noch als Verwahrdepot für thesaurierende ETFs. Die Aktien habe ich auf ein anderes Depot übertragen lassen (zumal Flatex für ausländische Dividenden horrende Gebühren verlangt, was mir zu spät aufgefallen ist). Falls ich doch mal wieder Aktien kaufen möchte, dann überweis ich die erwartete Summe zu Flatex, kaufe und sehe zu, dass ich das Konto wieder auf Null bringe. Bisher musste ich knapp 7 Eurocent „Verwahrgebühr“ zahlen. Wenn ich das mit den gesparten Gebühren verrechne, liege ich immer noch im Plus. Nach einiger Zeit übertrage ich dann die Aktien wieder.
    Ja, es ist ärgerlich so einen Brief zu bekommen. Aber meine Güte. Jeder von uns hat schon mal mehr Geld in irgendeiner Form (sinnlos) versenkt. Und die Zeit, mit dem hin und her überweisen nehme ich mir.
    Was mir fehlt ist ein Broker, mit einer günstigen Handelsflat, bei dem ich auch an ausländischen Börsen günstig (am besten ebenso mit ’ner Flat) handeln kann, der mir keine Gebühren für ausländische Dividenden aufdrückt. Hinzu kommt noch eine gute mobile App. Von diesen vier Punkten erfüllen die meisten Broker max. 3 und meistens nur 2.
    Viele Grüße
    Martin

    1. Hey Martin, tolle Strategie. Werde ich wohl auch mal so ausprobieren. Für „Viel Trader“ vielleicht schwierig. Aber durch Value Investing bin ich eher der Buy and Hold Mentalität verfallen 😉
      Danke für Deinen tollen Input. Gruß FLO

  3. Hey Florian 🙂
    Zu welchem Broker bist du nun gewechselt?
    Ich bin Einsteigerin und möchte auch ein Depot eröffnen, bin mir aber unsicher, wo ich am Besten eines einrichte. Was hältst du von DeGiro?

    VG

    1. Hey Alina,
      ich bin nach wie vor bei flatex. Der Grund ist, dass ich aktuell wenig Cash halte. Flatex verlangt zwar eine Gebühr von -0,4 Prozent auf das Einlagenkonto. Im Bereich der Handelsgebühren ist flatex jedoch ungeschlagen. Ich kann Dir flatex empfehlen: https://www.flatex.de/lp/fa1506/?mc=cpo.finadcpo.21742
      Darüberhinaus gehe ich davon aus, dass flatex die Negativzinsen abschafft, sobald die EZB die Zinsen wieder auf ein „normales Niveau“ anhebt.
      Mit DeGiro habe ich keine Erfahrungen.
      BG
      FLO

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