Die wichtigsten Auswirkungen von Inflation

Die wichtigsten Auswirkungen von Inflation

Aufbauend auf einen vorhergehenden Beitrag zum Thema Inflation möchte ich heute die wichtigsten Auswirkungen von Inflation erklären.

Sinkende Kaufkraft durch Inflation

Die Inflation bewirkt eine Abnahme der Kaufkraft innerhalb eines Währungsgebietes auf Grund von einem allgemein steigenden Preisniveau. Einfach erklären lässt sich das mit einem Beispiel: Früher hat die Kugel Eis 0,50 € gekostet – heute kostet dieselbe Ware 1 € (abhängig davon, wo du wohnst). Der Grund für die Preissteigerung kann dabei vielfältig sein. Von allgemeiner Inflation spricht man, wenn nicht nur einzelne Preise steigen, sondern wenn gleich ein ganzer Korb an verschiedenen Gütern und Dienstleistungen im Preis steigen. Die Preissteigerung misst man am Verbraucherpreisindex. Dieser Index wird von vielen einzelnen Preisänderungen beeinflusst. Experten unterscheiden dazu oftmals noch die Kerninflation.

Inflation fördert das Konsum- und Ausgabeverhalten

Um der bevorstehenden Preissteigerung vorwegzukommen kaufen Konsumenten oftmals jetzt als später. Dies nennt man auch vorgezogene Preiseffekte und lässt sich super bei Steuererhöhungen zum Jahreswechsel beobachten. Am meisten leidet das Bargeld unter steigenden Preisen. Daher wird dies als erstes für den Konsum und Investitionen verwendet. Viele versuchen sich auch durch den Kauf von Gold vor Inflation zu schützen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sachwerte der größte Schutz vor Inflation und steigenden Preisen sind. Vor allem Aktien haben quasi einen eingebauten Inflationsschutz. Die Verkaufspreise der Unternehmen werden sich immer an den aktuellen Preisen orientieren um Wettbewerbsfähig zu bleiben.

Inflation verursacht noch mehr Inflation

Unglücklicherweise verursacht Inflation noch weitere Preissteigerungen. Das gesteigerte Konsum- und Ausgabeverhalten führt zu weiter steigenden Preisen und es kommt zu einer nach „oben führenden Preisspirale“. Der Begriff Hyperinflation wird verwendet, wenn diese immer weiter steigenden Preissteigerungen zu leeren Regalen in den Einkaufsmärkten führen. Die Verkäufer verlieren beim Verkauf Geld, da sie die stetig steigenden Preiserhöhungen an der Ware gar nicht mehr auszeichnen können. In der Zeit von 1913 bis 1923 herrschte in Deutschland eine Hyperinflation. Diese mündete dann im großen Aktiencrash von 1929.

Inflation verteuert Kredite

Um die Inflation im Griff zu halten werden Geldpolitische Instrumente eingesetzt. Diese werden von den grundsätzlich unabhängigen Notenbanken eingesetzt. Die Zentralbanken haben die Macht, Zinsen zu erhöhen oder zu senken. Wenn die Zinsen niedrig sind, wird grundsätzlich mehr Geld ausgegeben, was wiederum zu einer höheren Inflation führt. Steigende Zinsen hingegen führen grundsätzlich zu eher niedrigeren Konsumausgaben. Man spricht davon, dass Geld knapper wird. Fachleute nennen den Prozess des wertvoller werdenden Geldes auch Deflation. Deflation ist das genaue Gegenteil von Inflation und hat verehrende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Japan leidet die letzten 20 Jahre an einer deflationären Wirtschaft. Zentralbanken haben jedoch noch weitere geldpolitische Möglichkeiten um den Preis für Geld zu steuern.

Inflation verbilligt Kredite

Sehr verwirrend, wenn man den vorhergehenden Punkt liest. Dennoch ist es war. Grundsätzlich sagt man, dass Schuldner die eigentlichen Profiteure einer Inflation sind. Wenn Zentralbanken über einen längeren Zeitraum keine geldpolitischen Maßnahmen treffen um die Zinsen oder die Geldmenge zu verändern so profitieren diejenigen, die Schulden haben. Das ausgeliehene Geld, also die Schulden, werden weniger Wert. Nicht nominal. Die Zahlen bleiben gleich. Durch die Entwertung von Geld wird jedoch auch ein Darlehen weniger wert. Nicht grundlos heißt es auch, dass die Inflation eine Möglichkeit ist um die voranschreitende und teilweise ausufernde Staatsverschuldung weltweit einzudämmen.

Inflation führt zu mehr Wachstum

Bar- und Bankguthaben leiden unter steigendem Wertverfall während inflationären Zeiten. Um dies zu umgehen wird das Geld für Konsum und Investitionen verwendet. Die steigenden Ausgaben führen zu mehr Wirtschaftswachstum. In Amerika ist dies bereits gut zu sehen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/165718/umfrage/inflationsrate-in-den-usa/

Die Währungshüter haben grundsätzlich das Ziel einer ausgeglichenen Geldpolitik und verfolgen langfristig das Ziel von circa zwei Prozent Inflation. Da die USA jedoch aktuell stärkere Preissteigerungen sieht, werden die Zinsen durch die FED wieder angehoben. Eine moderate Inflationsrate gilt als absolut förderlich für mehr Wirtschaftswachstum.

Inflation schwächt die Währung

Hohe Inflation geht einher mit fallenden Währungskursen. Eigentlich ist die Reihenfolge sogar genau umgekehrt. Eine schwache Währung führt zu steigenden Preisen – sehr schön aktuell in Großbritannien zu sehen. Hier eine kurze Erklärung und Beitrag vom Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/my/politik/international/inflation-in-grossbritannien-briten-sehen-pessimistisch-in-die-zukunft/19949218.html?ticket=ST-2722986-hMdEQYX2blPj6KcsU07E-ap1

Das miserable britische Pfund hat stark abgewertet. Importe werden so für die Briten teurer. Die teuren Importe haben Einfluss auf alle weiteren Konsumgüter und so steigt der Verbraucherpreisindex und man spricht wieder von einer steigenden Inflation.

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