Float! Was ist das und wie wurde Warren Buffett damit reich?

Float! Was ist das und wie wurde Warren Buffett damit reich?

In Vorbereitung auf eine tolle Ausarbeitung mit meinen Blog-Kollegen möchte ich heute einen Beitrag über den viel zitierten Float von Warren Buffett schreiben. Um den Float zu erklären muss man ein paar Versicherungsdefinitionen klären. Prämien sind z. B. die Einnahmen der Versicherer von ihren Kunden. Ansprüche sind die Forderungen bei Versicherungsfällen von den Kunden gegen die Versicherungsunternehmen. Ich will klären, was mit den Versicherungsprämien passiert, wenn diese von den Unternehmen vereinnahmt werden.

Die Versicherer verbrauchen nicht alle vereinnahmten Prämien. Sie behalten einen gewissen Teil ein, der nach Zahlung aller Ansprüche übrig bleibt. Diesen Betrag nennt man dann auch Float. Auch Banken nutzen dieses Prinzip. Dort werden Summen von Kunden-Konten zu einem gewissen Teil langfristig angelegt – zumindest war das so, als es noch Zinsen gab 😉 (siehe auch: http://investorenausbildung.de/strafzinsen/)

Der Float aus Versicherungsprämien hat sich als massive Unterstützung für Warren Buffett´s Berkshire Hathaway dargestellt. Buffett nutzte den Float quasi als Darlehen um damit weitere Aktien zu kaufen. Es ist quasi wie eine Art Aktienkauf auf Darlehensbasis – jedoch ohne Zinsen (weiter unten im Beitrag werden die Kosten für den Float aus Versicherungen dargestellt). Dies ist auch einer der Gründe, warum Berkshire Hathaway den Buchwert seit 1965 um circa 20 Prozent pro Jahr steigern konnte.

Warren Buffett und der Float von Berkshire Hathaway

Im Brief an seine Aktionäre von Berkshire Hathaway von 2002 erklärte Warren Buffett den Float aus Versicherungen:

To begin with, float is money we hold but don’t own. In an insurance operation, float arises because premiums are received before losses are paid, an interval that sometimes extends over many years. During that time, the insurer invests the money. This pleasant activity typically carries with it a downside: The premiums that an insurer takes in usually do not cover the losses and expenses it eventually must pay. That leaves it running an “underwriting loss,” which is the cost of float. An insurance business has value if its cost of float over time is less than the cost the company would otherwise incur to obtain funds. But the business is a lemon if its cost of float is higher than market rates for money.”

Einfach ausgedrückt ist der Float die Differenz aus vereinnahmten Versicherungsprämien abzüglich der zu zahlenden Schadensforderungen. Die Kosten hierfür entstehen aus dem Verlust beim Versicherungsgeschäft (es werden mehr Schäden gezahlt, als Prämien vereinnahmt werden). Buffett hat es jedoch geschafft, dass der Float stets besser angelegt wurde, als Verluste im Versicherungsbereich aufgetreten sind. Seine Berkshire Hathaway war sogar in der Lage, Überschüsse aus dem Versicherungsgeschäft zu erwirtschaften. Somit konnte Warren Buffett über Jahre hinweg tolle Renditen erzielen, mit Geld, welches ihm nicht gehörte.

Buffett ist Meister in dieser Disziplin. Ende 2016 hatte Berkshire Hathaway einen Float aus Versicherungsgeschäften in Höhe von 91,6 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Es ist quasi wie ein Bankdarlehen in Höhe von 91,6 Milliarden US-Dollar, welches nicht verzinst wird.

Dabei ist es nichts neues, Unternehmen oder Aktienpakete auf Pump zu erwerben. Private Equity Firmen machen das genauso. Der große Unterschied ist jedoch, dass Private Equity Firmen die Darlehen hoch verzinsen müssen. Warren Buffett nutzt einfach den kostenlosen Float aus Versicherungsgeschäften von Berkshire Hathaway. Über die Jahre und mit Hilfe des Zinseszins entsteht somit ein enorm erfolgreiches Geschäftsmodel.

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