Dividenden Aristokraten

Was ist ein Dividendenaristokrat

Was ist ein Dividendenaristokrat

In Zeiten von niedrigen Zinsen habe ich festgestellt, dass immer mehr Anleger auf den Geschmack von Dividenden kommen. Sie legen mittlerweile gerne in Unternehmen an die eine hohe Dividendenrendite erwirtschaften.

Nun ja, dies wird meiner Meinung nach nur getan, da gefühlt ein dauerhafter Anlagenotstand herrscht und die Alternativen immer weniger werden. Falls es keine Aktien sind die gekauft werden, dann sind es z.B. ETFs oder Fonds, die ihr Portfolio auf dividendenstarke Unternehmen fokussieren.

Wer will es dem Anleger auch verübeln in solche Investments zu gehen, denn die Preise für Immobilien gehen immer weiter in die Höhe, somit wird diese Anlageklasse immer unattraktiver. Des deutschen „Liebling“, das Sparbuch, wird nicht mehr verzinst und man kann auch froh sein, dass man keinen Negativzins zahlen muss. Die Anleihen im Investment Grade, also mit der höchsten Sicherheit, werfen auch keine Rendite mehr ab. Bundesanleihen rentierten sich auf eine Anlagedauer von 10 Jahren sogar schon im negativen.

Aufgrund des von mir geschilderten IST Zustandes möchte ich euch nun erklären, was sogenannte Dividendenaristokraten sind. Neben diesem möchte ich euch auch meinen Umgang mit Dividenden erklären und auf was ich meinen Fokus bei meinen langfristigen Investments von tollen Unternehmen lege.

Bei Dividendenaristokraten gibt es zwei Definitionen – die amerikanische und die europäische

Die amerikanische Definition besagt, dass sich ein Unternehmen als Dividendenaristokrat bezeichnen darf, wenn es in den vergangenen 25 Jahren Jahren die Dividende kontinuierlich jedes Jahr angehoben hat. Es gibt in den USA sogar einen speziellen Index, der diese listet. Dieser nennt sich der S&P 500 Dividend Aristocrats Index. Die Aufnahmekriterien, um in diesem Index gelistet zu werden sind ambitioniert. So muss ein Unternehmen neben der über 25 Jahre steigenden Dividende auch noch im S&P500 gelistet sein, eine Marktkapitalisierung von über 3 Mrd. USD haben und ein durchschnittliches Handelsvolumen von mind. 5 Millionen USD in den vergangen drei Monaten pro Tag aufweisen. Legt man diese beiden Indizes übereinander, also den S&P 500 und den S&P 500 Dividend Aristocrats, so wundert es nicht, dass der S&P 500 Dividend Aristocrats diesen schlägt. Der Grund dafür ist sehr simple. Der S&P ist ein Kursindex und der S&P 500 Dividend Aristocrats ist ein Performanceindex.

Was ich persönlich als erstaunlich empfinde ist, dass es in den USA bereits viele Unternehmen gibt, die bereits seit über 100 Jahren Dividende ausschütten. Ein für mich sehr tolles Unternehmen, nämlich Procter & Gamble, schüttet bereits seit 121 Jahren ununterbrochen eine Dividende aus. Seit dem Jahr 1957 erhöht Procter&Gamble kontinuierlich um 9%  p.a. seine Dividende!!! Das finde ich an dieser Stelle einfach bemerkenswert!

Dies bestätigt mich wieder in meiner These meiner Aussage. Falls du dich entscheiden solltest tolle Unternehmen zu kaufen, dann KEEP IT SIMPLE! Kaufe das was du kennst. Ich denke du wirst dir jeden Tag deine Zähne putzen. Dann wirst du dich bestimmt mehrmals in der Woche waschen :-). Viele der Produkte sind bestimmt von Procter&Gamble. Dies soll nun keine Aufforderung sein die Aktie sofort zu kaufen. Es soll lediglich bewirken, dass du dir darüber Gedanken machst.

Nun wieder zu unseren Dividendenaristokraten. 🙂

Nachdem ich euch nun die amerikanische Definition erklärt habe, komme ich zur europäischen. Dort sind die Kriterien etwas anders.

Du musst in den vergangenen 10 Jahren eine Dividende ausgeschüttet haben. Diese sollte in mindestens 7 Jahren stabil der höher ausfallen. Neben diesen Kriterien muss die Dividende sogar mindestens bei 3,5% liegen. Die Eigenkapitalquote soll über 30% liegen und als letztes soll der Verschuldungsgrad kleiner 3 ausfallen als der Verdienst vor Abzug von Steuer, Abschreibung und zu zahlender Schuldzinsen.

Verschuldung (Net debt)/ EBITDA < 3

An dieser Stelle gehen die Aussagen jedoch oftmals auseinander und ich  bin bereits auf Euren Input gespannt.

Deutsche und europäische Beispiele für Dividendenaristokraten sind z.B. die Munich Re, Siemens, Novartis, Royal Dutch Shell (zu Shell werde ich in den nächsten Tage eine Analyse im Mitglieder Bereich veröffentlichen) u.v.m. Diese erfüllen die Kriterien nach europäischer Definition.

Eines möchte ich an dieser Stelle zwingend erwähnen. Wir haben sogar seit kurzem im DAX ein Unternehmen, dass die amerikanische Definition eines Dividendenaristokraten erfüllt. Es ist das erste Unternehmen in Deutschland, dass dies geschafft hat. Es handelt sich hierbei um FRESENIUS SE. Dieses Unternehmen schüttet seit incl. 1993 nicht „nur“ eine Dividende aus, sondern hat diese sogar jedes Jahr erhöht!

Wie stark mache ich meine Investitions Entscheidung von der Dividende abhängig

Mache ich meine Anlageentscheidung von der Höhe einer Dividendenrendite abhängig?

Wie ich oben schon beschrieben habe, wird momentan gefühlt sehr viel Wert auf eine Dividendenrendite gelegt. Ich kann allerdings von mir behaupten, dass die Höhe der ausgeschütteten Dividende für mich zweitrangig ist. Ich möchte ich euch auch nun erklären warum.

Die Dividende ist im Prinzip die „Belohnung“ für dich, dass du dein Vermögen dem Unternehmen als Eigenkapital gibst. Du bekommst also einen Teil vom Unternehmensgewinn in barer Münze ausgeschüttet.

Worauf ich aber sehr verstärkt schaue, ist die sogenannte Pay Out Ratio. Sie gibt an, wie viel vom Gewinn pro Aktie an dich als Investor ausgeschüttet wird.

Macht z.B. ein Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 10€ und schüttet an dich 2€/Aktie aus, dann ist dies eine pay out ratio von 20%.

Ich persönlich möchte lieber, dass der Gewinn zurückgehalten wird und wieder in das Unternehmen investiert wird. Sei es zur Stärkung des Eigenkapitals, für Investitionen oder sonstiges. Dies ist für mich ein Zeichen, dass ich dem Unternehmen vertrauen kann und auch in Zukunft beruhigt investiert bleiben kann.

Sollten Krisenzeiten auftreten und das Unternehmen sein Eigenkapital durch Zurückhaltung der Gewinnausschüttung aufgestockt haben, so kann dies meiner Meinung nach stärker aus der Krise hervorgehen wie z.B. ein Unternehmen der gleichen Branche das weniger Eigenkapital hat und sich durch Aufnahme von Fremdkapital mehr verschulden muss und dies auf das Ergebnis drücken kann. Natürlich ist mir bewusst, dass dies ein einfaches Beispiel ist. Ich möchte euch nur meine Gedanken wiedergeben. Ein weiteres Beispiel möchte ich noch nennen. In Krisenzeiten, bin ich sogar sehr froh, wenn ein Unternehmen keine Dividende mehr auszahlt, dann kann es das einbehaltene Geld nutzen um eigene Aktien zurückzukaufen. Das Unternehmen BASF hat in den Krisenjahren 2007/2008 die Dividende sehr stark gesenkt und hat seine eigenen Aktien zurückgekauft. Dies hat neben dem für mich wichtigen Steuerspareffekt auch noch einen Kursstützenden Faktor. Das ist ein für mich absolut positives Zeichen.

Es wäre auch vermessen zu behaupten, dass ich mich nicht freuen würde, sollte ich Dividende erhalten. Natürlich freue ich mich über den Erhalt von Dividende. Diese kann ich wieder reinvestieren und einen Zinseszinseffekt erzeugen.

ABER: Ich suche nicht nach Unternehmen mit einer sehr hohen Dividendenrendite. Ich suche nach tollen Unternehmen, dass ich für 0,30€ kaufen kann, was aber 1€ Wert ist. Bitte seht euch hierzu auch meine Analyse zu Novo Nordisk an. Ich hoffe diese kann euch helfen :-).

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag wieder hilfreiche Informationen liefern auf Eurem Weg in die finanzielle Freiheit.

Ich freue mich auf eure Leserfragen und Reaktionen.

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2 Kommentare

  1. Kleiner Einwand zu P&G: Das Dividendenwachstum seit 1957 mag im Schnitt 9% p.a. betragen, aber sicherlich nicht kontinuierlich. Das Wachstum ist in den vergangenen Jahren bei P&G (und einigen anderen Aristokraten) doch ganz schön ins Stocken geraten. Die jüngste Dividendenerhöhung bei P&G war beispielsweise 3% (nach 1% im Vorjahr).

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