Erbe anlegen – 5 einfach Schritte

Das Thema Erbe anlegen kann für viele eine Belastung sein. Neben der emotionalen Belastung kann ein plötzliches Erbe auch eine finanzielle Belastung sein.

Doch ein Schritt nach dem anderen. Ich möchte euch heute zeigen, welche Herausforderungen für den oder die Erben anstehen können. Neben diesen gibt es aber auch Möglichkeiten, wie man das Erbe bestmöglich auch verwenden bzw anlegen kann.

Erbe anlegen – zuerst die Emotion

Falls die Erben oder der Erbe dem Erblasser sehr nah Stand, dann ist dies natürlich die vorerst größte Herausforderung, denn ein für sie wichtiger Mensch ist nicht mehr unter Ihnen. Neben diesem hat das auch einen organisatorischen Aufwand, der manches mal auch nicht zu klein ausfällt.

Es kann zudem noch sehr unangenehm werden, sollten innerhalb der Familie starke Streitigkeiten aufgrund des Erbes auftreten. Es heißt zwar meist „Blut sei dicker als Wasser“, aber leider stimmt das bei Erbfällen nicht immer. So können neben dem Ableben des Erblassers, auch ganze Familien auseinandergehen, sollte das Erbe nicht dem Wunsch des Erblassers geregelt sein und die Familienmitglieder untereinander das Streiten um den ein oder anderen Vermögenswert beginnen.

Sollte der Erblasser dem Erben weniger nah bis kaum bekannt gewesen sein, dass ist die emotionale Belastung in der Regel nicht so stark. Das mag nun etwas komisch klingen, aber für viele kann das Erbe des Erblassers dann ein großes Geschenk sein, sollte der Erblasser sehr vermögend gewesen sein und das nicht geregelt haben.

Erbe anlegen – die finanzielle Belastung

Nachdem der emotionale Teil ein wenig abebbt bzw nicht mehr vorhanden ist, geht es um das Erbe selbst. Es ist häufig so, dass die Erben mit dem vererbten Vermögen überfordert sein können. Sollte man aus irgendwelchen Gründen auch immer weniger Vermögen selbst besitzen, so weiß man nicht recht, was man mit dem Vermögen anstellen soll. Das wirft innerhalb der Familie auch häufig fragen auf wie z.B.

  • Soll ich das Vermögen an meine Kinder weitergeben?
  • Soll ich damit meine Altersvorsorge aufbessern?
  • Wie lege ich das Geld am Besten gewinnbringend an?
  • Soll ich das Haus verkaufen in dem ich groß geworden bin?
  • Verdiene ich überhaupt soviel Vermögen?
  • Verändere ich mich durch das Vermögen?
  • Kaufe ich mir mein Traumauto?
  • Uvm

Zudem gibt es da noch den Vater Staat, der eventuell auch sein Stück vom Kuchen haben möchte. Das wird die Erbschaftssteuer sein, sollten nicht die Freibeträge eingehalten werden können. Es ist dann noch zu klären in welcher Höhe eine Erbschaftssteuer anfallen kann. Das ist wiederum vom Grad des Verwandtschaftsverhältnisses abhängig. Der Verwandtschaftsgrad bestimmt zusätzlich eine Erbschaftssteuerklasse, in die man eingeordnet wird. Hier seht ihr anzufallende Erbschaftssteuer mit den Jeweiligen Freibeträgen:

SteuerklasseVerwandtschaftsgradErbschaftsteuer Freibetrag
IEhegatten/Lebenspartner500.000,- EUR
IKinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, Adoptivkinder400.000,- EUR
IEnkelkinder200.000,- EUR
IEltern, Großeltern100.000.- EUR
IIGeschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder usw.20.000,- EUR
IIINicht verwandte Erben20.000,- EUR
Erbe anlegen und Erbschaftssteuer

Wie ihr sehen könnt, kann die Erbschaftssteuer Fluch und Segen zugleich sein. Meines Erachtens gehören die Freibeträge der Erbschaftssteuer schon lange angehoben. Bei z.B. einem Einzelkind kann der Freibetrag für die Erbschaftssteuer viel zu gering sein, sollte ein Eigenheim in einer beliebten Gegend in Deutschland vorhanden sein.

Gleichzeitig können die Eltern noch gut vorgesorgt haben und schon wird die Erbschaftssteuer fällig. Zudem greift die Erbschaftssteuer auf bereits schon mehrfach versteuertes Vermögen zu. Sollte ein Erblasser zudem einer wohltätigen Organisation etwas vererben wollen, so muss die Organisation Unmengen an Erbschaftssteuer zahlen und das obwohl etwas Gutes beabsichtigt war.

Also wie schon beschrieben kann die Erbschafssteuer den Erben einiges an den Staat kosten. Ich weiß leider nicht genau wann die Beträge für die Erbschaftssteuer mal nach oben angepasst wurden. Solange ich mich erinnern kann, waren die Beträge für die Erbschaftssteuer schon immer gleich. Es wird meiner Meinung mal Zeit, dass zu verändern!

Nun lass uns  von dem leidigen Thema Erbschaftssteuer bzw Steuer im allgemeinen weitergehen, zu einem möglichen Vorgehen und deinen Möglichkeiten.

Erbe anlegen – lege Deinen Status Quo fest

Mein Rat an dich, um das Erbe anlegen zu können ist zuerst dieser: Es ist immer wichtig eine Ist Analyse durchzuführen. Mit dieser Analyse gelingt es dir, deine aktuelle Lage zu erkennen und nur daraus kannst du für die Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen.

Jeder Mensch befindet sich in einer anderen Lebenslage und in anderen Umständen. Bist du beim Zeitpunkt des Erbes schon selbst über 70 und hast finanziell ausgesorgt, so kann es Sinn machen das Erbe des Erblassers zu Lebzeiten zu vermachen bzw zu schenken.

Solltest du mitten im Leben mit z.B. Ende 40 Jahren stehen, dann ist dies vielleicht kein gutes Mittel. Geschweige denn, du bist noch viel jünger und hast noch alles vor dir. Du wirst dann mit dem Erbe vorerst andere Ziele verfolgen.

Von daher ist aus meiner Sicht eine Ist Analyse von immenser Bedeutung.

Erbe anlegen – setze Dir Ziele

Nun ist es an der Zeit deine persönliche finanzielle Lage abzustecken. Überprüfe deine aktuelle finanzielle Situation auf Herz und Nieren. Wie kann dir das Erbe helfen?

Bitte mache dir in dieser Phase bewusst, dass das Erbe nichts schlechtes ist. Der Erblasser hat es so gewollt, dass du das in diesem Umfang auch erhalten sollst. Daher kannst du mit dem Erbe versuchen, dir deine Ziele zu erfüllen.

Auch dort musst du dir einen Standpunkt erarbeiten. Sind aktuelle Konsumschulden vorhanden? Falls ja, dann sind das immer schlechte Schulden. Diese sollten schnellstmöglich getilgt werden. Sind Verbindlichkeiten auf deine selbstbewohnte Immobilie da?

So muss es nicht zwingend Sinn machen diese zu tilgen. Diese kann zudem aufgrund der Zinsfestschreibung eher weniger komplett getilgt werden, da immense Kosten auf dich zukommen würden.

Wie sieht es zudem mit deiner Altersvorsorge aus? Wollen deine Kinder studieren? Erbe anlegen – jetzt oder noch warten?

Wie du siehst, sind dort fast unendlich viele Möglichkeiten da, das Erbe sinnbringend anzulegen.

Mache dir klar, was du mit dem Erbe machen willst und was du für Möglichkeiten hast.

Erbe anlegen – wie kann ich das Erbe gewinnbringend anlegen?

Das ist für mich der nächste Schritt, den es zu beantworten gilt. Hier werde ich nun auch einige Möglichkeiten einbringen, um für jeden das richtige für sein Erbe herauszusuchen.

Ich habe oben schon beschrieben (und auch in diesem Beitrag), dass schlechte Schulden so schnell wie möglich getilgt werden müssen. Diese sind Konsumschulden wie z.B. Autokredite, Urlaube, Einrichtungen usw. Ob eine Tilgung des Immobilienkredites sinnvoll ist, muss sehr differenziert betrachtet werden.

Dort ist z.B. die Höhe der Verbindlichkeit im Verhältnis zum Wert der Immobilie ein wichtiger Indikator. Zudem ist zu überprüfen inwieweit die Annuität zum Einkommen passt. Ansonsten bin ich der Meinung, dass es langfristig sehr viel mehr Sinn machen kann das Geld und die Inflation, durch gute Geldanlagen für sich arbeiten zu lassen.

Viele empfehlen den Kauf von ETFs. Das ist aus meiner Sicht auch wieder sehr differenziert zu betrachten. Dort komme ich wieder zu meinem Status Quo der vorerst festgelegt werden muss. Für den einen Erben, der aufgrund seines Alters noch 30 Jahre Zeit hat und sich nicht um seine Geldanlage kümmern möchte, kann es Sinn machen einen ETF auf z.B dem globalen Aktienmarkt zu kaufen.

Für einen Erben der schon Mitte 70 ist, kann dass nicht das optimale sein. Jedoch gibt es dort eine Ausnahme. Sollte der Erbe das Geld für seine Kinder oder Enkelkinder langfristig anlegen wollen, so ist das durchaus ein sinnvolles Vehikel.

Sollte dem Erben das Thema ETF nicht geheuer sein oder sich zu „neu“ anfühlen, so besteht auch noch die Möglichkeit das Geld in aktiv gemanagte Fonds anzulegen. Wie schon beschrieben, sollte dort die oberste Prämisse der Faktor Zeit und das „nicht kümmern wollen“ sein. Denn langfristig sind Aktien bzw ETFs mit Aktien oder Aktienfonds die beste Geldanlagemöglichkeit.

Ich persönlich plädiere für eine andere Art des Geldanlegens. Diese kann auch immer weitergegeben werden und kostet vielleicht genau so viel wie irgendwelche Gebühren von Geldanlagen. Die Voraussetzungen dafür sind Interesse und Zeit.

Erbe anlegen – Wissen bringt die höchste Rendite

Man kann sich mit dem Erbe des Erblassers auch Wissen antrainieren. Das kann durch Bücher, Videos oder Kurse sein. Mit dem Vermögen kann man z.B. an Kursen teilnehmen und sich die Geldanlage selbst beibringen. Ich persönlich finde diese Strategie sehr vielversprechend. Mein Motto lautet dabei schon immer: “Gib dem Menschen einen Fisch und er ist satt. Lerne ihm das Angeln und er wird nie mehr hungern müssen“

Das kann sehr viele Gebühren und Ärger sparen. Zudem schützt man sich vor gut gemeinten Ratschlägen von Freunden, Familienmitgliedern oder Bankern, die sich danach als absolute Falschentscheidung entpuppen. Ich kenne leider auch schon viel zu viele Beispiele in dem das Erbe dann weniger oder gar nicht mehr da war, eben wegen solcher Ratschläge. Das Erbe anlegen – es ging nach hinten los.

Die Beste Investition die man tätigen kann ist immer in sich selbst! Auch beim Thema: Erbe anlegen. Es können dann noch so schlimme Ereignisse an der Börse oder in der Finanzwelt auftreten, die dir dann nicht mehr so viel bis hin zu gar nichts mehr anhaben können.

Es ist meiner Meinung nach immer wieder erstaunlich wie Menschen für Ihr Geld mind. 8 Stunden am Tag arbeiten, aber dann Ihr Geld nie für sich arbeiten lassen. Zumeist fehlt dann der letzte Schritt und man schiebt es von sich weg oder vor sich her. Versuche den letzten Schritt zu gehen und investiere in dich. Frage dich selbst, ob z.B. eine zwei – drei Stunden in der Woche zu viel für dich sind, um es vernünftig lernen zu können. Das kannst nur du beantworten.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es nach dem Verlust eines Wichtigen Menschen also sehr viel zu beachten gibt. Sei es in der Familie, der IST Analyse, der Erbschaftssteuer und der Verwendung des Vermögens in Form von Schenkung, Anlage, Tilgung uvm. Erbe anlegen ist keine einfache Sache, aber es macht Sinn sich damit zu beschäftigen.

Ich finde es aber auch gleichzeitig eine Möglichkeit neue Wege zu gehen und Chancen zu suchen.

Ich freue mich sehr auf dich, solltest du beschließen den neuen Wegen mit neuen Chancen auch mit uns gehen zu wollen, dann freue ich bzw freuen wir uns auf ein Gespräch mit dir.

Ich hoffe ich konnte dir mit dem Beitrag ein wenig helfen und freue mich auf deine Kontaktaufnahme und deine Meinungen dazu.

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