Interview mit Alex Fischer von Reich mit Plan

Alex ist seit 2009 einer der ersten Finanzblogger in Deutschland. Er hat sich mit seinem Blog Reich-mit-Plan.de der Dividenden-Strategie verschrieben bietet dafür sogar einen Dividenden-Alarm an.

Dies war für mich Grund genug, Alex einmal persönlich zu kennenzulernen. Im Interview konnte ich einige tolle Eindrücke von einem finanziell unabhängigen Blogger Kollegen bekommen. Das Interview hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Und obwohl die Kamera das eine oder andere mal gestreikt hat, bin ich mit dem Interview sehr zufrieden.

Interview mit Alex Fischer von Reich mit Plan

Mehr Infos zu Reich mit Plan und Alex Fischer

Mein Blog Reich-mit-Plan.de
https://www.reich-mit-plan.de

Dividenden-Alarm


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Pareto Prinzip
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Das Interview in Text Form

Flo: Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren Video von Investorenausbildung.de
Mein Name ist Florian Günther und ich habe heute Alex Fischer von Reich-mit-Plan.de zu Gast.
Heute ist Premiere und mein erstes Live Interview. Bisher gab es nur schriftliche Interviews und daher sind wir beide etwas aufgeregt.

Flo: Alex, könntest du dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Alex Fischer: Es ist auch für mich mein erstes Videointerview und hatte bisher auch nur schriftliche Interviews und ein Podcast-Interview.
Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und bin gelernter Einzelhandelskaufmann. Danach bin ich in den technischen Support gegangen und habe Telefonanlagen konfiguriert.
Nach wenigen Jahren bin ich in eine deutsche Bank gewechselt und habe dort in der Vertriebsunterstützung gearbeitet.
Seit 2014 bin ich aus dem Hamsterrad ausgestiegen und bin seit dem mit dem verwalten meines Vermögens beschäftigt. Zudem schreibe ich auch Beiträge für meinen Blog.

Flo: Wie bist du auf die Idee mit deinem Blog gekommen?

Alex Fischer: Ich bin seit 2009 mit meinem Blog online. Ich wollte damals meinen Vermögensaufbau dokumentieren. Anfangs habe ich Themen bespielt wie man seine einnahmen steigert und ausnahmen senkt, mit dem Ziel seine Sparrate zu erhöhen. Im nächsten Step ging es mehr um die Strukturierung eines Depot mit Fonds, ETFs, Aufteilung und Struktur.
Heute konzentriere ich mich um die Effizienz meiner Kapitalanlage um das maximale rauszuholen.
Mir ist wichtig, dass ich jedes Jahr die Indizes schlage. Darunter zähle ich auch, wenn der DAX -20% macht und mein Depot nur -10% nach unten geht.

Flo: Wie sieht dein Blog-Alltag aus? Wie kommst du zu deinen Inhalten?

Alex Fischer: Früher habe ich frei nach Schnauze geschrieben. Aber nach 6 bis 12 Monaten ist das Pulver verschossen. Die Masse der Themen kann man schnell abhandeln daher brauchte es ab einem bestimmten Punkt ein Konzept sowie einen Redaktionsplan. Von der Zeit her ist es für mich nicht aufwändig, da vieles automatisiert wurde und ich nehme mir auch zweimal im Jahr eine Blog-Pause.

In dieser Zeit habe ich keinen Blog-Alltag und hier nehme ich mir die Zeit meine Artikel zu schreiben. Gern greife ich hier Themen und Fragen meiner Leser auf oder ich bespreche Themen die mich selbst interessieren.

Flo: Deine Kernkompetenz ist das Thema Dividenden. Erzähl uns doch mal etwas über deine Dividenden-Strategie.

Alex Fischer: Die Dividenden-Strategie ist kein Mythos. Sie ist eine einfache Anlagestrategie die viele Facetten hat. Mir ist wichtig, dass ich weiß, wann der Markt günstig ist um sein Geld zu investieren und welche Aktien dann kaufenswert sind.
Das WANN und WER ist mir wichtig. Für beides habe ich ein Ampelsystem welches auf GRÜN schalten muss.

Beispiel: Wenn mein Marktindikator eine Kaufphase generiert und zum Beispiel die BASF Aktie dann ein Kaufsignal aufweist, dann werde ich aktiv.

Das Problem meiner Strategie: Sie ist sehr langweilig, denn die Phasen kommen im Schnitt nur alle 2 Jahre vor. Außerhalb dieser Phasen sammel ich nur mein Cash.

Flo: Dann müsste dein Dividenden-Alarm Anfang des letzten Jahres eine Kaufphase erkannt haben oder?

Alex Fischer: Ja, ca. 3-4 Wochen im Januar und Februar 2016 war die letzte Kaufphase. Dann habe ich mich auf die Aktien konzentriert, die dann historisch günstig waren. Ich filtere hier meine Aktien nach meinen Präferenzen und schaue mir die übrigen Aktien genauer an.

Neben einer guten Dividendenhistorie sind ist mir eine hohe Marktkapitalisierung wichtig und ich verzichte auf kleine und exotische Werte. Mit zahlreichen Kennzahlen erstelle ich mir ein Ranking und verteile danach mein Budget inkl. Fremdkapital. Seit März letzten Jahres sammle ich bereits wieder Cash und warte auch die nächste Kaufphase.

Ich bin aber auch in diesem Sinne keine typischer Buy & Hold anleger. Ich nutze im Umkehrschluss das System auch um in Verkaufsphasen mich von Aktien zu trennen. Hier handelt es sich um historisch teure Aktien.

Zuletzt war dies Anfang 2015 der Fall. Hier gab es eine Verkaufsphase und ich konzentrierte mich auf aktien mit einem Verkaufssignal.

Beispiel: Damals habe ich meinen Lesern empfohlen ihre Positionen bei aktien mit Verkaufssignal abzusichern. Zum Beispiel die Bayer Aktie. Hier konnte man sich überlegen, sein Engagement zu reduzieren oder ganz abzustoße. Am besten klappt das mit Trailing Stops um weitere Kursgewinne mitzunehmen. In dieser Phase erhöht man seine Cash-Position für spätere Kaufphasen.

Es ist auch nicht so, dass sich Kaufphasen und Verkaufsphasen immer abwechseln. In der Regel gibt es mehrere Kaufphasen bevor es eine Verkaufsphasen gibt. In einer Verkaufsphase trenne ich mich von ca. 15-30% meiner Aktien.

Die meiste Zeit befindet sich der Markt in der neutralen Phase. Auch wenn dies eher langweilig ist, so ist es doch eher die Vorgehensweise meiner Leser und Dividenden-Alarm Mitglieder. Sie können mit dieser Vorgehensweise ruhig schlafen. sie wollen nicht täglich an der Börse schauen müssen und sie wollen auch nicht stets und ständig kaufen. Ziel ist es zu warten und aktiv zu werden, wenn der Indikator Alarm schlägt.

Die Wertsteigerung meines Depots lag im letzten Jahr bei ca. 30%. Und das, obwohl ich nur im Januar und Februar investiert habe. Mit diesem Ergebnis bin ich im Vergleich zum DAX sehr zufrieden.

Alex: Auch ich habe meine ersten Gehversuche gemacht und bin nicht nur 1x auf die Schnauze geflogen. Ich war bereits beim Neuen Markt dabei und in der folgenden Rohsstoffblase musste ich auch meine Erfahrungen sammeln.

Ich habe aber früh gemerkt, dass ich mir ein eigenes Analgesystem schaffen muss. So bin ich zur Buy & Hold Strategie gekommen. Der Markt hat sich aber seit dem Neuen Markt auch verändert. Er ist volatiler geworden. Wer hat denn vor dem Jahr 2000 an der Börse gehandelt? Man musste noch telefonieren oder ein FAX schicken. Heute kann jeder dank Online-Banken selbst von der Toilette aus Aktien handeln. Diese höhere Volatilität und Wellenbewegungen kommt meinem Dividenden-Alarm zu gute und trotzdem verweilen viele aktie sehr lange in meinem Depot.

Daher nenne ich meine Strategie Buy & Hold & Sell-Strategie.

Flo: Gibt es eine prozentuale Verteilung für Dein Depot?

Alex Fischer: Ich selbst nutze eine Excel-Tabelle und biete sie auch meinen Lesern an. Damit kann man sein Depot gut strukturieren. Allerdings sollte man grundsätzlich nur in Assets investieren, in denen man sich auskennt. Wer sich zum Beispiel nicht mit Anleihen auskennt, dem würde ich nicht empfehlen Anleihen in sein Depot aufzunehmen.
Aus diesem Grund konzentriere ich mich hauptsächlich auf Aktien und als Beimischung ETFs. Zum Beispiel für bestimmte Regionen und Themen wie Asien oder Schwellenländer. Hier möchte ich weniger Einzelaktien in meinem Depot zu haben. Dadurch besteht mein Depot praktisch zu 85% aus Aktien.

Mein Fokus liegt zudem auf quellensteuerfreundlichen Aktien, daher halte ich viele GB, US und DE Werte. Daher verzichte ich auf Aktien aus Ländern wie Schweiz, Frankreich usw.

Flo: Im Grunde verfolgst du damit auch den Ansatz des Circel of Competenz von Warren Buffett.

Alex Fischer: Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn anderen Vorgaben (Depotstukturen) zu folgen, wenn man selbst die einzelnen Assets nicht versteht.
Aus diesem Grund gebe ich auf meinem blog auch keinerlei Zahlen zu meinem Vermögen bekannt oder zeige welche Aktien ich wann kaufe. Es hilft einfach niemandem mir nur zuzuschauen. Mir geht es mehr darum, zu zeigen WIE man an seinem Vermögen schraubt. Das Doing müssen die Leser aktiv selbst umsetzen. Es sollte jedem sein eigenes Interesse sein, eigene Entscheidungen zu treffen.
Ich möchte damit vermeiden, dass meine Leser mir blind folgen und zum Beispiel wie ich auch BASF Aktien zu kaufen, aber gar nicht wissen warum ich es tue.

Flo: Was würdest du unseren Leser zur aktuellen Börsenlandschaft raten?

Alex Fischer: Ich würde einfach mein Dividenden-Alarm zu rate ziehen und prüfen in welcher Phase sich mein Indikator befindet. Aktuell steht dieser näher an einer Verkaufsphase und weniger im Mittelfeld. am weitestens entfernt ist eine Kaufphase. Daher würde ich im Moment gar nicht aktiv werden. Es drängt sich nichts auf, jetzt was kaufen zu müssen. Ich richte mich derzeit eher auf eine Verkaufsphase ein und gehe davon aus, dass ich meine Cashposition weiter ausbaue.

Flo: Du bekommst heute 1 Million Euro geschenkt, was würdest du damit tun?

Alex Fischer: Am besten damit das machen, was man am besten kann. Wer vorher nicht mit Geld umgehen konnte, wird es auch mit einer Million nicht schaffen und das Geld schneller ausgeben als anlegen. Ich würde es wie mein eigenes Geld anlegen – strukturiert und mit System neue Erträge generieren.

In meiner umfangreichen Excel-Tabelle ist der wichtigste Wert der monatliche Netto-Ertrag aus allen Einkommensquellen, denn von den Erträgen gestalte ich mein monatliches Auskommen. Die Höhe des Vermögens ist daher für mich nicht allzu relevant.

Du könntest zum Beispiel eine Million euro in eine Immobilie stecken und würdest trotzdem kein Essen und Trinken auf dem Tische haben. Auf der anderen Seite kannst du finanziell frei sein ohne ein Vermögen zu besitzen. Du könntest zum Beispiel ein Buch schreiben und dir damit monatliche Erträge generieren ohne ein Vermögen zu haben. Daher sagt die Höhe des Vermögens praktisch noch nicht viel aus.

Jeder sollte daher mit dem Geld das machen, was er am besten kann.

Flo: Letzte Frage Alex, wer sind deine Vorbilder?

Alex Fischer: Ein Person habe ich jetzt nicht. Eher schaue ich mir bei vielen verschiedenen Personen gute Sachen ab und bin mir daher mein eigenes Leitbild. Auch Warren Buffett macht nicht alles so wie ich machen würde. Viele Anleger huldigen ihm zum Beispiel und sagen immer wieder sie legen an wie Buffett. Darunter verstehen sie dann Buy & Hold, Dividendenausschüttungen und kaufe nie auf Kredit. Aber Warren Buffett agiert völlig anders. Er verkauft auch Aktien, er kauft auf Kredit und er schüttet mit seiner Holding gar keine Dividenden aus. Daher kaufe ich mir auch keine BH Aktien.

Ich orientiere mich auch in meinem Online Business auf das Pareto Prinzip. Dies besagt, dass 20% deiner Kunden dir 80% Ertrag liefern und 80% der Kunden nur 20% Ertrag. Mit diesem Ansatz versuche ich mich immer zu fokussieren. auch wenn ich Bücher lese, dann wird da ja oft auch nur palabert und meist gibt es nur wenig neue Ansatzpunkte die man für sich mitnimmt. Aber das reicht mir aber. Wenn ich auch nur eine Sache mitnehmen konnte, dann hatte das Buch für mich einen Mehrwert und ich bin zufrieden. Daher gibts für mich keine 100%.

Flo: Danke
Alex Fischer: Bitte 😉

Alex´Bücher und der Dividendenalrm im Überblick:

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