Aktienhandel lernen! Erfolgreich investieren an der Börse

Aktienhandel lernen – Grundvoraussetzung, um an der Börse erfolgreich zu sein. Dazu benötigt man auch ein bestimmtes Mindset. Dies ist sogar wichtiger als das ein oder andere IQ-Pünktchen mehr. Um unserer These etwas mehr Gewicht zu verleihen, lassen wir an dieser Stelle zwei der erfolgreichsten Investoren der Welt zu Wort kommen: Warren Buffett und Charlie Munger

 

“You don’t need to be a rocket scientist. Investing is not a game where the guy with the 160 IQ beats the guy with 130 IQ.” – Warren Buffett

 

“We don’t have to be smarter than the rest. We have to be more disciplined than the rest.” – Warren Buffett

 

“A lot of people with high IQs are terrible investors because they’ve got terrible temperaments. And that is why we say that having a certain kind of temperament is more important than brains.” – Charlie Munger

 

Und wer möchte schon gerne mit dem Spitzenduo von Berkshire Hathaway streiten, wenn es um „Erfolg an der Börse“ geht? Wir haben uns mit der Denkweise von vielen erfolgreichen Investoren beschäftigt und die unserer Meinung nach sechs wichtigsten Grundsätze herausgearbeitet:

Rationalität, wenn Du Aktienhandel lernen willst!

Einer der wichtigsten Grundsätze, vielleicht auch der wichtigste Grundsatz für Erfolg an der Börse ist Rationalität. Unter „rationalem Handeln“ („ratio“: Lateinisch für Vernunft, Verstand) versteht man ein vernunftgeleitetes und an Zwecken ausgerichtetes Denken und Handeln. (Vgl. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalit%C3%A4t)

Dies bedeutet einfach gesagt, dass man seine Investitionsentscheidungen so gut wie möglich von seinen Gefühlen abkoppeln sollte. Emotionen sind die wahrscheinlich größten Feinde, wenn es um den eigenen Börsenerfolg geht. Es ist vollkommen egal, ob es nun darum geht aufgrund von extremen Hype noch in eine Blase zu investieren (Hat gerade irgendjemand etwas von Bitcoin gesagt?) oder ob es darum geht Aktien von guten Unternehmen aus Panik zu verkaufen. In den meisten Fällen in denen nicht unser Kopf (unsere Vernunft) die Investitionsentscheidung getroffen hat, geht es finanziell nicht gut für uns aus. Rationalität hat dabei nichts mit Intelligenz zu tun. Wie schon erwähnt geht es nicht um die paar IQ-Punkte hin oder her. Es geht vor allem darum seine Emotionen im Griff zu haben. Denn falls man dazu nicht in der Lage ist, “werden Anleger zu Sklaven der einfachen Emotionen Angst und Gier. Wenn die Rationalität fehlt, sind Anleger dazu verurteilt, sich in dem Spiel namens Geldanlage ausnehmen zu lassen.“ (Vgl. Robert G. Hagstrom: Warren Buffett: Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.)

Kurzum: Ohne Rationalität beim Investieren läuft’s nicht rund!

 

Keinen Trends folgen

 Dieser Punkt hat ebenfalls mit Rationalität zu tun. Wir haben ja schon gesagt, dass es darum geht seine Emotionen im Griff zu haben. Das bedeutet auch, dass man sich nicht von äußerlichen Faktoren beeinflussen lässt.

„Sie müssen sich von dem Unfug fernhalten, der im jeweils aktuellen Umfeld verbreitet ist.“ (Charlie Munger, Vgl. Tren Griffin: Charlie Munger – Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen)

Das heißt auch, dass jedes Mal, wenn man den nächsten „heißen Tipp“ zugesteckt bekommt, die innere Alarmanlage angehen und man so schnell wie möglich das Weite suchen sollte. Ja, das ist jetzt etwas übertrieben, aber für den eigenen Anlageerfolg ist es besser bei solchen Geschichten eine gewisse Vorsicht walten zu lassen.

Keine Panik bei Schwankungen

Und auch dieser Punkt hat mit Rationalität zu tun. Wie du siehst, ohne rationales Handeln geht nicht viel. Aktienhandel lernen hat viel mit mentalen Fähigkeiten zu tun.

Ebenso wie man seine Emotionen in Sachen Gier (Trends folgen) unter Kontrolle haben sollte, so sollte man auch das Gefühl der Panik kontrollieren. Wenn auf dem Börsenparkett Panik herrscht, lassen sich viele gerne anstecken. Das hat wie so oft mit dem Prinzip der „sozialen Bewährtheit“ (Social Proof) zu tun. Als Menschen sind wir in gewisser Weise Herdentiere und so verhalten wir uns auch gerne. Wenn die Herde losrennt, rennen wir mit. Wenn die Herde alle Aktien verkauft, weil die Kurse fallen, wollen wir natürlich auch verkaufen. Aber auch hier muss man sich darauf konzentrieren sich nicht von Emotionen oder anderen Faktoren beeinflussen zu lassen, sondern weiterhin rational handeln. Wie haben es unsere Eltern früher immer so schön gesagt? „Wenn alle von der Brücke springen, springst du dann mit?“ Genau diese rhetorische Frage aus Kindertagen kann man hier sehr gut verwenden. Der Vergleich ist eigentlich noch besser als ursprünglich gedacht, denn wenn du immer den anderen hinterherspringst, dich also von deinen Emotionen kontrollieren lässt, dann geht’s langsam aber sicher mit deiner Performance auch bergab.

Zum Thema „Rationalität“ und alles was damit zusammenhängt haben wir schon ein paar Artikel hier auf Investorenausbildung.de und auch auf unserem eigenen Blog Bavarian Value verfasst:

Iinvestorenausbildung.de: Wie wähle ich eine Aktie aus?

Investorenausbildung.de: Die menschliche Psyche und die Börse

The Bavarian Value Blog Ausgabe #9: Mr. Market

The Bavarian Value Blog Ausgabe #8: Tim & Charlie – Psychologie an der Börse

Langfristiger Anlagehorizont, wenn man Aktienhandel lernen will

 Ein Kernpunkt, wenn es um erfolgreiches Investieren geht, ist ein langfristiger Anlagehorizont. Buffetts Lieblingshaltedauer für eine Aktie beschreibt er mit „ewig“. Value Investoren kaufen eine Aktie nur, wenn diese unterhalb ihres inneren Wertes gekauft werden kann, deswegen müssen sie Geduld haben und warten bis diese ihren inneren Wert wieder erreicht. Durch das Konzept der Rückkehr zum Mittelwert ist sich der Investor sicher, dass dieser Wert eines Tages erreicht wird. Wie Warren Buffett zu sagen pflegt:

„If you aren’t willing to own a stock for 10 years, don’t even think about owning it for 10 minutes.” (Vgl. Cunningham: The Essays of Warren Buffett)

Manchmal braucht der Markt etwas, um den wahren Wert des Investments zu erkennen und deswegen lohnt es sich zu warten. Wir glauben, dass der Markt sehr wohl ab und zu effizient sein kann, aber dies bei weitem nicht immer ist.

„Observing correctly that the market is frequently efficient, the went on to conclude incorrectly that it was always efficient. The difference between these propositions is night and day.“ (Warren Buffett, Vgl. Robert G. Hagstrom: The Warren Buffett Way)

Es kann oftmals Jahre dauern, bis ein Investment seinen inneren Wert erreicht. Sollte sich an den Fundamentaldaten nichts geändert haben gibt es nach wie vor keinen triftigen Grund sein Investment zu verkaufen. Jeder Gewinn, den man durch das Verkaufen einer Aktie generiert muss versteuert werden. Solange man nichts verkauft, fallen natürlich auch keine Steuern an. Dies ist wohl die beste Form von legaler Steuerersparnis, die man sich überhaupt vorstellen kann. Wir Menschen neigen dazu in Aktionismus zu verfallen, aber laut Graham gibt es nur eine Art von Investor, nämlich den Langfristigen.

 Aktienhandel lernen – Handelshäufigkeit überprüfen

 Ein unserer Meinung nach weiterer wichtiger Punkt für erfolgreiches Investieren an der Börse ist nicht zu oft zu handeln. Häufiges Handeln geht mit Transaktionskosten einher, welche man jedes Mal zahlen muss, wenn man eine Aktie kauft. Hierbei sind die Steuern, welche man für Gewinne zahlen muss noch gar nicht mit einberechnet. Transaktionskosten sind auch ein Grund wieso Fondsmanager oftmals ihrem Vergleichsindex hinterherhinken. Sie handeln schlicht und einfach zu oft. Nachfolgende Grafik verdeutlicht das Ganze nochmals eindrücklich:

(Quelle: https://www.quora.com/Is-daytrading-a-losers-game; Originalquelle der Wissenschaftler Brad Barber und Terrance Odean)

Die beiden Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen von häufigem Handeln von tausenden von Anlegern. Es ist sehr gut zu beobachten, dass je größer die Handelshäufigkeit ist, desto geringer auch der Gewinn ausfällt, weil dich die Transaktionskosten buchstäblich auffressen, bis von deinem Gewinn so gut wie nichts mehr übrigbleibt.

 Cost of Loss – Gebühren vermeiden und Aktienhandel lernen

 „Rule No. 1: Never lose money. Rule No. 2: Never forget rule No. 1.“ – Warren Buffett

 Der jetzige Tipp hört sich jetzt vielleicht im ersten Moment etwas komisch an, aber er ist essenziell wichtig: Verliere kein Geld!

(Vgl. Benjamin Graham: The Intelligent Investor)

Wie du sehen kannst wäre eine Aktie, welche mehr als der Markt jährlich wächst eine wunderbare Angelegenheit. Wenn man sich aber wie in der Grafik vorstellt, dass man anfangs einen zu hohen Preis für die Aktie bezahlt hat und diese im ersten Jahr beispielsweise 50% an Wert verliert sieht es deutlich schlechter aus. Selbst wenn die Aktie darauffolgend jährlich doppelt so viel Rendite als der Markt erzielen sollte, dauert es 16 Jahre (!) bis sich diese Rechnung wieder ausgeglichen hat. Das ist ein weiterer Grund wieso Value Investoren so sehr auf den Preis achten und eine ausreichend hohe Sicherheitsmarge auf ihre Investments verlangen.

Du siehst also, es gilt viele Dinge zu beachten beim Aktienhandel lernen. Wenn man sich die einzelnen Punkte allerdings genauer ansieht, siehst du auch, dass das alles kein Hexenwerk ist. Befolgt man bestimmte Grundsätze, dann steht dir nichts im Wege um auch ein erfolgreicher Investor zu sein.

Abschließend wünschen wir euch wie immer noch einen schönen Tag und viel Spaß und Erfolg beim Investieren! 😉

Eure freundlichen Value Investoren aus der bayrischen Nachbarschaft

Andreas und Daniel von Bavarian Value

  • Nico sagt:

    Das Bild „The Cost of Loss“ ist sehr beeindruckend! Eigentlich heißt es ja: Wenn man sehr langfristig investiert, dann ist der Kaufzeitpunkt egal. Die jährliche Rendite passt sich über die Zeit an die Wachstumsraten des Unternehmens an.

    Dieses Bild zeigt jedoch, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob ich eine Aktie kaufe, wenn sie alle haben wollen oder ob ich sie zum halben Preis kaufe, wenn sie keiner haben will.

    Beste Grüße
    Nico

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