Wann soll ich eine Aktie verkaufen?

Wann soll ich eine Aktie verkaufen?

Aus meinem Newsletter heraus wurde ich gefragt: Wann soll ich eine Aktie verkaufen? Ich freue mich über jede Frage! Teilt mir Eure Meinungen Wünsche und Anregungen mit!

Der genaue Wortlaut der Frage:

„Hey du. Wann holt man sich eigentlich das Geld einer Aktie zurück. Die Rede ist immer von einer langfristigen Investition. Aber wann weiß man, dass jetzt der richtige Moment ist die Aktien zu verkaufen? Weil irgendwann muss man ja sein „mehr gewonnenes Geld“ zurück holen. Ich habe gerade den Fall in meinem Musterdepot am Handy, dass mein Asset wie ein Nullschieber funktioniert. Das heißt ich habe Aktien die steigen an wert und gleichzeitig fallen andere im Wert. Somit ist mein Depotwert fast immer gleich. Irgendwo muss ich ja mal plus machen, damit ich dieses „plus“ wieder weiter investieren kann.“

Zudem hat mein Leser auch sein Musterdepot mitgeliefert (siehe Bild).

Musterdepot

Musterdepot

 

Ich freue mich über dieses Depot, denn der Leser übernimmt nicht „blind“ meine Gedanken und Vorschläge. Ich erkenne genau, dass er bereits auf einen sehr guten Weg ist! Ich habe bereits einige Unternehmen empfohlen. Diese hat er nicht eins zu eins übernommen, sondern er hat eine eigenständige Meinung entwickelt und trifft eigene Entscheidungen. Und das ist es, was auch Investorenausbildung.de vermitteln will. Unabhängige und ehrliche Finanzbildung und Unterstützung auf Euren Weg in Eure finanzielle Unabhängigkeit!

Eine Aktie verkaufen? Warum? Wann?

Ich möchte diese Frage mit dem Zinseszins und der Eigenkapitalrendite beantworten. Bevor ich jedoch genauer darauf eingehe will ich noch ein paar Worte über das Depot verlieren. Allianz ist ein tolles Unternehmen und ich habe in einer kostenlosen Analyse bereits einiges dazu gesagt. Langfristig wird sich das Unternehmen toll entwickeln, auch wenn es kurzfristig wohl noch unter den niedrigen Zinsen leiden wird. Zu Marine Harvest habe ich ein Video gedreht. Eine Analyse habe ich im Premiumzugang veröffentlicht. Neben der Analyse erhältst Du dort auch noch ein komplettes Video mit der gesamten „Echtzeit Analyse“. Den ausgewählten ETF kenne ich nicht persönlich. Am meisten gefällt mir dabei jedoch die grüne Farbe 😉

Und AT & T als klassischer Dividendenaristokrat ist auch ein super Langfristinvest.

Zinseszins und der Eigenkapitalrendite

Jetzt die Antwort auf die eigentliche Frage. Wenn ihr mit 10, 15 oder 20 Prozent Rendite zufrieden seid, dann müsst ihr den Gewinn realisieren. Vom Gewinn werden dann noch Steuern und Gebühren abgezogen (ich empfehle daher stark auf die Gebühren zu achten und einen günstigen Broker zu finden). Ich habe finanzielle Freiheit erreicht, weil ich tolle Unternehmen gekauft habe und bis heute nicht verkauft. Wer sagt, dass man verkaufen muss? Ich sage verkaufe nicht. Mach lieber deine Hausaufgaben und prüfe, ob sich an den Aussichten der zu verkaufenden Unternehmen etwas geändert hat. Wenn nein, dann BLEIB DABEI!

Leider ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage exponentiell zu denken. Wir sind sehr einfach veranlagt. Daher können wir nur linear denken. Was hat das mit Aktien zu tun? Ganz einfach. Stell dir vor, die Allianz hat eine Eigenkapitalrendite von circa 10 Prozent im Jahr. Wir wollen investieren und überlegen uns, was nach 10 Jahren dabei raus kommt. Als Inhaber der Aktie gehört dir das Unternehmen zu einem gewissen Teil. Somit auch das Eigenkapital, welches sich mit 10 Prozent verzinst. Der Marktplatz für Unternehmen (auch genannt Börse) gibt dir kurzfristig gesehen manchmal Recht und manchmal nicht. Langfristig gesehen, ist er jedoch auf Deiner Seite und Du wirst die 10 Prozent bekommen! Ganz sicher!

Zurück zur Rechnung. Unser Gehirn rechnet bei dem Invest jetzt so:

100 € Einsatz + 10 Euro Gewinn = 110 €. 110 € + 10 € = 120 €, usw. Endergebnis nach 10 Jahren = 200 €

Tatsächlich verhält es sich jedoch ganz anders:

100 € Einsatz + 10 Euro Gewinn = 110 €. 110 € + 10 Prozent = 121 €, usw. Endergebnis nach 10 Jahren = 259,37 €. Du hast also fast 30 Prozent mehr verdient! Diesen Prozess nennt man Zinseszins und er ist Dein bester Freund. Wenn Du dich also mit 10 oder 20 Prozent zufrieden gibst, ok. Vergesse jedoch nicht, dass in der langfristigen Geldanlage der echte Gewinn steckt. Nicht zu verkaufen, heißt auch: Steuern und Gebühren sparen!

Wenn das nicht so wäre, dann wären wir doch sonst alle schon reich, oder?

Also, Aktie verkaufen? NEIN

  • Hallo Florian,

    da bin ich ganz deiner Meinung. Mittlerweile ist bei mir die Hemmschwelle ein Papier zu verkaufen sehr hoch. Ich habe dabei immer die Abgeltungssteuer vor Augen. Wenn ich kurz vor einer Verkaufsentscheidung stehe und dann die 25 % plus Soli herausrechne, um meinen Gewinn zu ermitteln, führt dies oft dazu, dass ich die Entscheidung noch einmal überdenke. Nicht selten kommt es dann zu der Einschätzung „Halten“. So gesehen ist die Abgeltungssteuer auch irgendwie ein Sicherheitsnetz, um mich vor vorschnellen Verkaufsentscheidungen zu schützen. Man verkauft dadurch nur das, was man für absolut notwendig hält. Und das war in den letzten Jahren nicht viel.

    Schöne Grüße
    Marco

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