Warum in die Ferne schweifen?

Die bekanntesten Steueroasen sind:

  • Cayman Islands
  • Schweiz
  • HongKong
  • Singapur und
  • Luxemburg

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt: unser Nachbarstaat, die Niederlande. Mit knapp 18 Millionen Einwohnern sind die Niederlande gerade mal so einwohnerstark wie der Bundesstaat Nordrhein-Westfalen.

Die Wirtschaft der Niederlande

Mit lediglich 3,9 Prozent Arbeitslosen kann man fast von Vollbeschäftigung sprechen. Wichtige Firmen sind:

  • Unilever
  • Heineken
  • Shell
  • Philips
  • und die ING Bank

Der Hafen in Rotterdam ist einer der größten weltweit. Vor allem Rohöl und LNG (flüssiges Gas) werden hier gehandelt und transportiert.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung wächst jedoch zunehmend die „Steuervermeidungsindustrie“. Sei dem Sommer 2005 wurden weitreichende Änderungen in den amerikanisch-holländischen Steuerabkommen vereinbart. Diese haben zur Folge, dass große Konzerne, wie z. B. Nike, Starbucks oder Pfizer große Teile der in Europa vereinnahmten Umsätze weitestgehend steuerbefreit sind.

Das interessante daran ist, dass die Firma operativ gar nicht wirklich in den Niederlanden vertreten sein muss. Es reicht lediglich eine Postanschrift, über die alle administrativen Aufgaben erledigt werden.

Seit dem Sommer 2005 sind findige Steuerberater dabei, diese Steuergeschenke den großen Firmen zugänglich zu machen. Die aktuelle Situation in den Niederlanden gleicht der Zeit in den Tulpenzwiebeln wertvoller waren, als ganze Häuser in Amsterdam. Es herrscht Aufbruchstimmung in der Steuerberatungsindustrie in Holland.

Es gibt jedoch bereits heute einige Neider. Das per „Steuergesetz erlassene Wirtschaftsförderungsprogramm“ wollen andere Staaten nun ebenfalls für sich nutzen. Das Wettrennen um die großen Umsätze der Weltfirmen ist im vollen Gange. Trump hat seine Firmensteuern bereits 2018 dramatisch reduziert. Die Folgen an den Börsen waren super – ein Höchstkurs jagte den anderen.

Es gibt viele Wege, um in den Genuss der Steuervorteile der Niederlande zu kommen. Ob Stiftung oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung – der Fantasie der Steuerberater sind keine Grenzen gesetzt. Die Zahl der Firmengründungen in den großen Städten wie Amsterdam oder Rotterdam steigen von Jahr zu Jahr.

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