Was ist der Dow Jones und wie wird er zusammengestellt?

Der DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE – der Index auf den jeder schaut

Der DOW JONES INDUSTRAIL AVERAGE ist wohl der meist beachtete Index auf der Welt. Falls  dieser Index „hustet“ bricht häufig in der gesamten Welt eine größere „Grippe“ aus. Sei es an einem Tag wo es dem Index schlechter geht oder eben eine längere „Grippewelle“. Dies allein zeigt euch,  wie stark doch die Welt auf diesen Index schaut.

Der DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE ist zudem der älteste Index. Er besteht schon seit über 121 Jahren, um genau zu sein wurde er am 26.05.1896 gegründet.

Er wurde damals von 2 Personen „ins Leben gerufen“. Diese beiden waren Charles Henry Dow und  sein Partner Edward Davis Jones. Damals waren im Index lediglich 12 Unternehmen vertreten. Um den Preis des Index festzulegen, haben sie einfach die 12 gelisteten Unternehmen addiert und durch ihre Anzahl geteilt. Somit hatten sie ihren Preis. Eines der Unternehmen das bei der Einführung als auch heute noch im Index gelistet ist, ist General Electric. Aber auch dieses tolle Unternehmen hatte mal eine Pause von 1898 – 1907. In dieser Zeit war es nicht darin gelistet.

Mittlerweile sind keine 12 Unternehmen mehr gelistet. Die Anzahl beläuft sich auf 30 Unternehmen. Dies ist die gleiche Anzahl wie in unserem deutschen Leitindex DAX.

WIE WIRD DER DOW JONES BERECHNET?

Der DOW JONES ist anders zum DAX kein Performanceindex. Der DOW JONES ist ein Kursindex. Dies bedeutet, dass keinerlei Dividenden oder eben auch Bezugsrechte in die Berechnung des DOW JONES mit einfließen. Die Berechnung des DOW JONES ist meiner Meinung nach sehr spannend und eben so auch umstritten.

Es hat sich im Gegensatz zu der Gründung ein Punkt gravierend verändert. Neben der Addition aller 30 Werte wurde noch ein DOW Devisor mit hinzugefügt. Man muss also die Summe aller 30 addierten Werte durch diesen Devisor teilen. Was meiner Meinung nach sehr interessant ist, dass der DOW Devisor im Jahr 1928 bei einem Wert von 16,67 war und mittlerweile aber bei nur noch ca 0,14636529723. Doch wie kann dies zu Stande kommen? Durch die meisten Aktionen der Unternehmen wie z.B. Aktiensplitts oder Spinoffs kommt ein solcher Wert zu Stande. Mit jeder dieser Aktion kann der DOW Devisor nch verkleinert werden. Aufgrund des nun niedrigen Wertes gilt der Devisor nunmehr als Multiplikator!! Ob und inwieweit dies weitergehen wird, darauf können wir alle gespannt sein.

Nun noch eine Berechnung zur Veranschaulichung für euch:

Ich habe alle 30 Werte des DOW JONES auf Dollar Basis addiert. Aufgrund dessen komme ich auf einen Wert von 3124,46$ (Stand 23.06.2017). Nun dividiere ich dies mit dem von mir oben beschriebenen DOW Devisor: 3124,46 : 0,14636529723 = 21.347. Dies entspricht dem aktuellen Punktestand, als ich diesen Artikel geschrieben habe.

KRITIK AM DOW JONES

Viele Experten haben mehrere Kritikpunkte was den DOW JONES betrifft.

Zum einen scheinen die 30 Werte die im Index gelistet sind als eine vergleichsweise subjektive Zusammenstellung. Denn diese Werte werden vom „Wall Street Journal“ bestimmt.

Zum anderen ist der Index immer noch ein sehr preisgewichteter Index. Dies bedeutet das, je höher der Aktienkurs eines Unternehmens ist, desto höher ist auch dessen Gewichtung im Index.

Quelle: https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersenwissen-fuer-fortgeschrittene/wie-wird-der-dow-jones-berechnet-100.html

Ich möchte euch auch dies anhand eines rechnerischen Beispieles darstellen.

Annahme: Das Unternehmen Apple wird aus dem DOW JONES gestrichen und dafür kommt Alphabet Class C nach. Apple hat einen Kurs von rund 145$ und Alphabet hat einen Kurs von rund 956$.

Aufgrund dieser Veränderung würde im DOW JONES einiges anders sein. Die Summe von 3124,46 verändert sich 3935. Dividiere ich diesen Wert im dem DOW Devisor dann kommt ein DOW JONES Wert von ca. 26.891 Punkte zu Stande. Anhand dieses Wechsels würde der DOW JONES mit einem Schlag um ca. 5.550 Punkte höher stehen!! Dies ist leider unter diesen Voraussetzungen nicht möglich, da sonst der Index viel zu sehr von einem Unternehmen abhängig wäre.

Das finde ich schon sehr beeindruckend und doch ein wenig verrückt :-).

HEIßT DAS NUN, DASS UNTERNEHMEN WIE ALPHABET ODER AMAZON NIE IN DEN DOW JONES KOMMEN KÖNNEN?

Nein, das heißt es garantiert nicht. Um in den Index zu kommen, falls sie es denn möchten, müssen sie eben wie Apple auch in der jüngsten Vergangenheit einen Aktiensplitt vornehmen. Dieser kann wie folgt aussehen. Alle Aktionäre von den beiden Unternehmen bekommen 10 neue Aktien für eine alte Aktie. Somit würde sich der Preis der Aktie durch 10 dividieren und die Anzahl der Aktien würde sich verzehnfachen. Dann kann eine Aufnahme in den DOW JONES von statten gehen.

Wie ihr seht, ist das System des DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE ein ganz anderes als in unserem deutschen Leitindex DAX. Wenn ihr sehen wollt wie es bei uns funktioniert, dann lest hierzu gerne meinen bereits veröffentlichten Bericht zu unserem DAX.

 

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